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'''Vegetarismus''' bezeichnet ursprünglich eine wird auf alle Nahrungsmittel und Konsumgüter tierischen Ursprungs verzichtet.

Vegetarismus beschränkt sich nicht nur auf die vegetarische Küche, sondern wird auch als Weltanschauung und alternative Lebensweise verstanden. Dabei geht es meist um ein gesteigertes Gesundheitsstreben oder um ethische Ideale. Der Anteil der Vegetarier an der Gesamtbevölkerung liegt in der westlichen Welt typischerweise im einstelligen Prozentbereich.

Begriff und Begriffsgeschichte

Die Wörter ?Vegetarismus? und ?Vegetarier? sind seit Ende des 19.?Jahrhunderts bezeugte, heute allgemein gebräuchliche gekürzte Formen der zuvor üblichen Bezeichnungen ?Vegetarianismus? und ?Vegetarianer?.

Die Wortbildung ''vegetarian'' wird vom ''Oxford English Dictionary'' auf ?Mitte 19. Jahrhundert? datiert.<ref name="oxford" /> Allgemein gebräuchlich wurde ''vegetarian'' erst durch die Gründung der englischen ''Vegetarian Society'' im Jahr 1847. Hiermit beschrieben die Gründungsmitglieder der Gesellschaft Individuen, die weder Fleisch noch Geflügel oder Fisch essen.<ref name="sourcebook_name">Joanne Stepaniak, Virginia Messina: ''What's in a name?'' In: ''The Vegan Sourcebook.'' 2. Auflage, McGraw-Hill Professional, 2000; S. 2. ISBN 0-7373-0506-1. In Google books.</ref> Bis dahin war meist von einer pflanzlichen Diät ''(vegetable regimen, vegetable system of diet)'' die Rede. Seltener sprach man von einer ?pythagoreischen Diät?, da die Anhänger des antiken griechischen Philosophen Pythagoras Vegetarier waren.

Ausprägungen des Vegetarismus

Alle Formen vegetarischer Ernährung basieren auf pflanzlichen Lebensmitteln, wobei auch Pilze und Produkte aus Bakterienkulturen akzeptiert werden. Es werden vier Formen unterschieden:
  1. Die ''ovo-lacto-vegetarische'' Kost bezieht zusätzlich Vogeleier, Eiprodukte, Milch und Milchprodukte von Säugetieren ein.
  2. Die ''lacto-vegetarische'' Kost schließt zusätzlich nur Milch und Milchprodukte von Säugetieren ein.
  3. Die ''ovo-vegetarische'' Kost wird lediglich durch den Konsum von Vogeleiern und Eiprodukten ergänzt.
  4. Die ''streng vegetarische'' bzw. ''vegane'' Kost meidet alle Lebensmittel tierischen Ursprungs, außer der menschlichen Muttermilch.

Zudem unterscheiden sich die Vegetarier hinsichtlich der Konsequenz, mit der sie sich an ihre Prinzipien halten. Beispielsweise sind viele Käsesorten und klare Säfte nicht vegetarisch, da bei ihrer Produktion tierisches Lab beziehungsweise Gelatine verwendet werden. Das gleiche gilt für andere Schlachtnebenerzeugnisse oder etwa Schmalz in Backwaren. Nur ein Teil der Vegetarier berücksichtigt das in seinem Kauf- und Essverhalten. Ovo-Vegetarier begründen ihre Entscheidung, Eier zu essen damit, dass Haushühner Eier legen, auch wenn diese nicht befruchtet sind, und daher kein Lebewesen getötet werde, da diese Eier keinen lebendigen Organismus enthalten.

'''Frutarier''' streben eine Ernährung mit ausschließlich pflanzlichen Produkten an, die nicht die Beschädigung der Pflanze selbst zur Folge haben. Dazu gehören etwa Obst und Nüsse als Pflanzenteile, die botanisch gesehen als Früchte oder Samen klassifiziert werden. Der Verzehr einer Karotte beispielsweise bringt die Vernichtung dieser einzelnen Pflanze mit sich und ist folglich nicht mit der frutarischen Ernährungsweise vereinbar. Bei Äpfeln treten diese Bedenken nicht auf, da die Ernte und der Verzehr eines Apfels den Apfelbaum an sich nicht verletzt.

Der '''Veganismus''' vermeidet tierische Produkte nicht nur in der Nahrung, sondern in allen Lebensbereichen, z.?B. Kleidung aus Leder, Pelz, Seide oder Wolle, Schmuck aus Horn oder Elfenbein und tierische Organtransplantate oder Hormone, und kann sogar die Haustierhaltung und die Verwendung als Reit- oder Lasttiere ablehnen.

'''Pescetarier''' verzichten auf Fleisch, verzehren jedoch Fisch oder Meeresfrüchte. In einigen Lexika werden sie den Vegetariern im weiteren Sinn zugeordnet, Vegetarierverbände grenzen sich davon in der Regel ab und zählen Pescetarier nicht zu den Vegetariern.

'''Puddingvegetarier''' ist eine Bezeichnung für Vegetarier, welche zwar Fleisch und Fisch in ihrer Ernährung meiden, jedoch übermäßig Fertigprodukte und Süßigkeiten zu sich nehmen. Diese Ernährungsweise kann aufgrund ihres hohen Kaloriengehalts und der ungünstigen Nährstoffzusammensetzung negative Folgen für die Gesundheit haben.

Abgrenzung zum Flexitarismus

'''Flexitarier''' bezeichnen sich auch als ?Teilzeit-Vegetarier? oder ?Wochenend-Vegetarier?. Der Ausdruck ''Flexitarismus'' ist ein Portmanteauwort aus den Wörtern ''flexibel'' und ''Vegetarismus''. Allerdings gehört die Gruppe der Flexitarier eigentlich nicht zu den Vegetariern, da sie ? wenn auch wenig ? Fleisch verzehren. Anfang des 21. Jahrhunderts stand der Ausdruck noch für die Bezeichnung einer vegetarischen Ernährungsweise, welche den gelegentlichen Konsum von Fleisch einschloss. Inzwischen ist der Flexitarismus ein breiter zu interpretierendes Konzept; zentral ist eine bewusste Reduktion des Fleischkonsums, ohne jedoch grundsätzlich auf den Konsum von Fleisch zu verzichten.

Motive der Vegetarier

Die Gründe für vegetarische Ernährung sind je nach Person und Kulturkreis verschieden. Ethisch argumentierende Vegetarier geben oftmals an, dass sie nicht möchten, dass ihretwegen Tiere leiden müssen und getötet werden. Auch erforderlich mache. Ferner argumentieren manche, dass Tierhaltung eine ineffiziente Art der Nahrungsmittelproduktion ist und angesichts von Hungersnöten in der Dritten Welt unverantwortlich sei. Sie gehen oft davon aus, dass ein genereller Verzicht auf Fleischkonsum die globale Ernährungssituation signifikant verbessern würde.

In einigen Religionen beziehungsweise religiösen Richtungen bestehen zudem Prinzipien und Ernährungsregeln, die den Vegetarismus fordern (Jainismus und einzelne Richtungen des Hinduismus) oder für seine Ausbreitung günstige Voraussetzungen schaffen (Buddhismus).

Ethische Aspekte

Ethisch motivierte Vegetarier wollen grundsätzlich nicht, dass ihretwegen Tiere getötet werden. Oft konstituieren Tierrechtsargumente so auch gleichzeitig eine moralphilosophische Herleitung für Menschenrechte. Aufgrund der naturwissenschaftlichen Unschärfe des Artbegriffs auf der Subjektebene könne allein aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Art niemandem ein subjektives Recht zugeschrieben oder aberkannt werden. Dieser Fehlschluss wird als speziesistisch bezeichnet.

Im deutschsprachigen Raum waren vegetarische Strukturen in der n verwurzelt. Als eine relevante politische Kraft waren beide allenfalls sehr regional beschränkt.

Die Philosophien dieser frühen Ansätze unterscheiden sich von den modernen insofern, als zum einen die Forschung um die Geisteszustände von Tieren durch neue medizinische, bildgebende Verfahren einige Erkenntnisse gewonnen hat, einen erheblichen Wandel erfahren hat.

Klassischerweise wird in 2010.</ref>

Einige Vegetarier verweisen heute in erster Linie auf die geistigen Fähigkeiten mancher Arten, die mit erheblicher Argument, das durch die implizit gegebenen Interessen qua Bewusstsein arbeitet. Unabhängig von einer Interessengewichtung müssen seiner Ansicht nach gewisse Grundvoraussetzungen (mindestens Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit im Sinne Art.?3 AEMR) für die Erfüllung von (sekundären) Interessen gegeben sein. Indem man diese Voraussetzungen für jemanden fordere, müsse man sie qua eines Universalitätsprinzips für jeden, der dieselben Voraussetzungen erfüllt, mitfordern, und die formulierten ?Grundrechte? würden zu kategorischen Prinzipien.</ref>

Gesundheit

Eine Mitgliederbefragung des Vegetarierbunds Deutschland (VEBU) ergab, dass der Wunsch nach einer gesünderen Ernährungsweise das von den Teilnehmern am häufigsten genannte Einzelmotiv für die Hinwendung zum Vegetarismus war. Auch die Heilung von bestimmten Krankheiten stellte ein bedeutendes Motiv dar. Des Weiteren treiben die VEBU-Mitglieder mehr Sport und rauchen deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt.

Umweltverträglichkeit

{| class="wikitable float-right"
|+ .</ref>
|-
! Gruppe !! Emissionen pro Tag
[kg CO2-Äquivalente]
|-
| Hoher Fleischverzehr (? 100?g/d)
|style="text-align:center"| 7,2
|-
| Mittlerer Fleischverzehr (50?99?g/d)
|style="text-align:center"| 5,6
|-
| Geringer Fleischverzehr (< 50?g/d)
| style="text-align:center" | 4,7
|-
| Fischverzehr
|style="text-align:center"| 3,9
|-
| Vegetarisch
|style="text-align:center"| 3,8
|-
| Vegan
|style="text-align:center"| 2,9
|}

Eine fleischbasierte Ernährungsweise muss im Kontext mit den ).

Eine weitere planetare Grenze ist der der Vermeidungskosten von Treibhausgasemissionen im Zeitraum von 2000 bis 2050 unter Annahme eines kompletten globalen Fleischverzichts massiv reduziert. Eine Halbierung des Fleischkonsums allein in den Industrieländern hätte hingegen höchstens geringe Emissionsreduktion zur Folge, da die Entwicklungsländer ihren Konsum aufgrund sinkender Preise entsprechend ausweiten würden. BITTE BELEGEN! -->

Aus diesen Gründen wird teilweise die Forderung nach einer Besteuerung des Fleischkonsums oder der Tierhaltung und Subventionierung einer veganen Landbewirtschaftung geäußert.

Welternährung

Auf Basis der niedrigen Futterkonversionsraten der ).</ref>

Ernährung der Vorfahren des modernen Menschen

Biologisch gesehen ist der Mensch ein Omnivore (.

?Die menschliche Urgesellschaft dürfte sich nahezu ausschließlich von Fleisch ernährt haben? und die Möglichkeit einer vegetarischen Ernährung in größerem Maße ergab sich erst nach Nutzung und Kultivierung der Cerealien.

Seit den Anfängen der modernen vegetarischen Bewegung argumentieren manche Vegetarier, die vegetarische Ernährung sei naturgemäß.

Bis weit in das 20.?Jahrhundert hinein war man der Ansicht, dass der Mensch der einzige omnivor lebende .'' In: Holt, Rineheart, Winston: ''Primate Behavior.'' 1985</ref>

Heute spielen von Seiten der Vegetarier Argumentationsmuster der ?Natürlichkeit? eine untergeordnete Rolle.

Religiöse und kulturelle Einstellungen

Außerhalb der auf den antiken griechischen Kulturraum zurückgehenden Traditionslinie finden sich Formen des Vegetarismus in Religionen indischen Ursprungs. Strengen Vegetarismus praktizieren alle Anhänger des getötet wurden.

Hinduismus

Im Hinduismus war ursprünglich Fleischnahrung (einschließlich Rindfleisch) unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Das Gesetzbuch des Manu, das grundlegende Gesetzeswerk des Hinduismus, erlaubt den Fleisch- und Fischverzehr und legt die Bedingungen fest, an die er geknüpft ist. Im Lauf der Zeit setzte sich der Lakto-Vegetarismus besonders in streng religiösen Kreisen durch. In der Kolonialzeit wurde er von der Oberschicht weitgehend befolgt, während die armen, im Kastensystem niedrig eingestuften Menschen für gewöhnlich das aßen, was sie bekommen konnten.

Strikt lakto-vegetarisch leben die .

Aktuell ernähren sich 43 Prozent der indischen Hindus, die täglich beten, vegetarisch; bei den nicht praktizierenden Hindus sind es 28 Prozent.<ref name="thehindu"></ref>

Buddhismus

Auch im Buddhismus ergibt sich aus der Lehre von Ursache und Wirkung (Karma) der Grundsatz der Gewaltlosigkeit. Daher gilt generell, dass Buddhisten weder ein Schlachttier töten noch bei einer Schlachtung anwesend sein sollen. Sie sollen kein Fleisch von Tieren essen, die eigens ihretwegen geschlachtet wurden.

Manche Lehrschriften des Mahayana empfehlen den Vegetarismus, wenige schreiben ihn sogar vor, wobei auch die Askese eine Rolle spielt. Das Lankavatara-Sutra befürwortet ihn nachdrücklich, und manche heutige buddhistische Lehrer äußern sich in diesem Sinne.

Jainismus

Die Anhänger des Jainismus, vor allem die Mönche, sind äußerst konsequent bei der Umsetzung der allgemeinen Gewaltlosigkeit im Alltag. Sie vermeiden jegliche Nutzung von Produkten, deren Gewinnung mit der Verletzung von Lebewesen einhergehen. Weiterhin kehren sie beim Gehen mit einem Besen möglichst behutsam kleine Lebewesen wie Käfer und Mikroorganismen aus dem Weg, um sie nicht zu zertreten.

Christentum

Biblisch argumentierende christliche Vegetarier betrachten den Vegetarismus als von Gott gewollt und begründen dies unter anderem mit der Stelle Jesaja hingegen, wo Gott sich nach der Sintflut an Noah wendet, gibt er ausdrücklich die Tiere ebenso wie die Pflanzen dem Menschen zur Nahrung. Daraus hat schon der Kirchenvater Hieronymus gefolgert, die Fleischnahrung sei bis zur Sintflut unbekannt gewesen und daher als minderwertig zu betrachten.

Das Neue Testament kennt keine Verbote bestimmter Nahrungsmittel außer dem Blutverbot (Apostelgeschichte ). Das wird im Christentum gewöhnlich als Aufhebung aller Speisevorschriften gedeutet.

Gesundheitliche Aspekte

Studien

Die Auswertung zweier Studien zeigte im Jahre 2002, dass britische Vegetarier eine niedrigere . PMID 12001975.</ref>

Die Auswertung von aus 2013 ergab eine gegenüber den Nichtvegetariern geringere Sterblichkeit in der Gruppe der Vegetarier, zeigte jedoch auch, dass diese Gruppe älter, besser gebildet, körperlich aktiver und dünner waren und zudem auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin eher verzichteten. Männer der untersuchten Gruppe würden demnach 9,5 Jahre und Frauen 6,1 Jahre länger leben als die übrige kalifornische Bevölkerung. Eine empirische Kausalität zwischen der niedrigeren Sterblichkeit und dem Verzicht auf Fleisch konnte nicht bestätigt werden.<ref name="aerzteblatt-54627">.</ref>

Eine Metaanalyse der Daten von fünf unterschiedlichen prospektiven Vergleichsstudien in drei westlichen Ländern fand im Jahre 1999 heraus, dass die Mortalität durch koronare Herzerkrankung bei Vegetariern im Vergleich zu Nichtvegetariern ? bereinigt um die Einflüsse von Alter, Geschlecht, Rauchen, Alkohol, Bildung, körperliche Betätigung und Body-Mass-Index ? um 24 Prozent reduziert ist. Die Autoren vermuten, dass dies auf den niedrigeren Cholesterinspiegel der Vegetarier, eine reduzierte Oxidation des LDL-Cholesterins oder Änderungen der Gerinnungsfaktoren des Blutes zurückzuführen ist. Die Mortalität durch zerebrovaskuläre Krankheiten, Magenkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs oder die Kombination aller anderen Todesursachen unterschied sich nicht signifikant zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern.<ref name="AJCN metastudy"></ref>

Die für die Auswertungen herangezogene ''Oxford Vegetarian Study'' zeigte, dass Veganer den niedrigsten Cholesterinspiegel hatten. Vegetarier und Pescetarier lagen im Mittelfeld, die höchsten Werte hatten Fleischesser. Die Mortalität wegen koronarer Herzerkrankung stand im Zusammenhang mit der gemessenen Aufnahme an tierischem Fett insgesamt, gesättigtem tierischen Fett und Nahrungscholesterin.<ref name="PMID10479226">P. N. Appleby, M. Thorogood u.?a.: ''The Oxford Vegetarian Study: an overview.'' In: ''The American journal of clinical nutrition.'' Bd.?70, Nummer 3 Suppl, September 1999, S.?525S?531S, . PMID 10479226.</ref>

In der Berliner Vegetarierstudie aus den 1980er Jahren konnte beim Vergleich von Vegetariern und Nichtvegetariern nachgewiesen werden, dass ernährungsbedingte Veränderungen im mit Fischöl.<ref name="PMID7910999">E. Mantzioris, M. J. James, R. A. Gibson, L. G. Cleland: ''Dietary substitution with an alpha-linolenic acid-rich vegetable oil increases eicosapentaenoic acid concentrations in tissues.'' In: ''The American journal of clinical nutrition.'' Bd.?59, Nummer 6, Juni 1994, S.?1304?1309, </ref>
Durch den ALA-Gehalt von etwa 46 g pro 100 ml handelsüblichem Leinöl Diese basieren auf Extrakten von Meeresalgen.

Vegetarier weisen, im Gegensatz zu Fleischessern, im Blutplasma sowie in der Körpermasse einen signifikant niedrigeren Kreatin-Gehalt auf.<ref name="PMID16573356">A. M. Venderley, W. W. Campbell: ''Vegetarian diets : nutritional considerations for athletes.'' In: ''Sports medicine (Auckland, N.Z.).'' Bd.?36, Nummer 4, 2006, S.?293?305, .</ref><ref name="PMID11985880">A. Watanabe, N. Kato, T. Kato: ''Effects of creatine on mental fatigue and cerebral hemoglobin oxygenation.'' In: ''Neurosci Res.'' 2002 Apr, 42(4): S.?279?285, PMID 11985880.</ref>

Meinungen und Empfehlungen

Deutschland

Die .</ref>

Nach Auffassung der Ernährungskommission der .</ref>

Laut der produkte, verzehrten weniger Fett, tränken weniger Kaffee und Alkohol und vermieden stark verarbeitete Fertigprodukte. So genannte Puddingvegetarier, die lediglich Fleisch wegließen und ebenso viel Fettiges und Süßes wie durchschnittliche Mischköstler äßen, hätten dagegen aus gesundheitlicher Sicht nichts gewonnen.

Besonders thematisiert wird die ausreichende Versorgung mit dem werden.

Laut Aussage des Ernährungswissenschaftlers Claus Leitzmann ? Leiter des wissenschaftlichen Beirats des UGB und ehemaliger Leiter des Instituts für Ernährungswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen ? zeigt eine zunehmende Anzahl von Untersuchungen, dass eine ovo-lacto-vegetarische Ernährungsweise zu einer besseren Gesundheit führe. So könne eine solche Ernährung in erheblichem Maße dazu beitragen, Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie, Gicht und verschiedenen Krebserkrankungen vorzubeugen.

Anglosphäre

Die US-amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics (A.N.D.), vormals bekannt unter dem Namen ''American Dietetic Association'' (ADA), und der Verband kanadischer Ernährungsberater (''Dietitians of Canada'') sprechen sich in einem gemeinsamen Positionspapier aus dem Jahr 2003 für eine vegetarische Ernährungsweise aus. Eine solche habe einen gesundheitlichen Nutzen für die Prävention und Behandlung bestimmter Erkrankungen. Die Todesrate für ischämische Herzerkrankungen sei geringer, Vegetarier hätten niedrigere Cholesterin-Blutwerte, würden seltener an Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 sowie Prostata- und Darmkrebs leiden. Eine vegetarische Ernährung würde den Körper ausreichend mit allen Nährstoffen versorgen und sei für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Adoleszenz. Eine Neuauflage des Positionspapiers ist im Jahr 2009 erschienen.

In Australien empfiehlt die ''National Health and Medical Research Council'' des Gesundheitsministeriums ebenfalls seit 2013 die vegetarische Ernährung. Eine vollwertige vegetarische Ernährungsform sei gesund und für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet. Wer sich streng vegan ernähre, solle jedoch ein Vitamin B12-Präparat zu sich nehmen.

Geschichte

Der Vegetarismus entstand in Indien und unabhängig davon im antiken griechischen Kulturkreis (östlicher Mittelmeerraum, Süditalien). In beiden Regionen war er von Anfang an ein Bestandteil religiös-philosophischer Bestrebungen.

Weltweit konnte bisher bei keinem Naturvolk oder indigenen Volk konsequenter Vegetarismus als kollektive prinzipielle Haltung nachgewiesen werden. Aktuelle Untersuchungen an ägyptischen Mumien aus der Zeit von 3500 v.?Chr. bis 600 n.?Chr. lassen auf eine fleischarme Ernährung schließen. Trotz reichlich vorhandenem Vieh und Fisch am Nil ernährten sich die Menschen über viele Jahrtausende überwiegend von Getreide und Gemüse.<ref name="SPON-970267"></ref>

Vorchristliche Antike

In der '' Bd.?6, Stuttgart 1966, Sp.?222?f., 226?228.</ref>

Mythos

Erstmals taucht die Idee einer rein pflanzlichen Ernährung des Menschen im Mythos auf, wobei von ganzen Völkern die Rede ist. Homer (Odyssee 9, 82?104) erzählt von den Lotophagen (?Lotosessern?), einem märchenhaften, friedfertigen Naturvolk, das sich von der süßen Frucht der Vergessen schenkenden Zauberpflanze Lotos ernährt habe. Allerdings behauptet erst Herodot (4, 177) ausdrücklich, der Lotos sei die einzige Nahrung der Lotophagen gewesen. Diodor (3, 23?24) beschreibt Völker in Äthiopien, die ?Wurzelesser?, ?Samenesser? und ?Holzesser?, deren Kost auf bestimmte Pflanzen beschränkt gewesen sei. Diese Berichte, von denen es in der Antike noch weitere gab, tragen sagenhafte Züge und gelten daher nicht als glaubhaft; teilweise ist der Märchencharakter offenkundig. Meist werden den angeblich ohne Fleischnahrung lebenden Völkern in den Quellen positiv bewertete Eigenschaften wie Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Friedlichkeit zugeschrieben.

Verbreitet war in der Antike die Ansicht, in einem vergangenen Goldenen Zeitalter habe es noch keine Fleischkost gegeben und die Erde habe von sich aus alle benötigte Nahrung hervorgebracht. Dieser Mythos findet sich bei Hesiod (''Werke und Tage'' 109?ff.), Platon (''Staatsmann'' 271?2), Ovid (''Metamorphosen'' 1,89?ff.; 15,96?ff.) und anderen.

Historische Entwicklung

Als historisches Phänomen ist der Verzicht auf Fleisch in Europa erstmals im 6.?Jahrhundert v.?Chr. bezeugt. Vegetarier waren die als radikaler Vertreter des Vegetarismus und einer allgemeinen Verschonung der Tiere hervor.

Die antiken Vegetarier betrachteten Fleischnahrung als nachteilig für ihre asketischen und philosophischen Bestrebungen. Großenteils waren sie ethisch motiviert, verwarfen Tieropfer und betonten die Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier (während ihre Gegner die Unterschiede hervorhoben). Die Frage, ob es ethische Pflichten gegenüber den Tieren gibt, wurde kontrovers diskutiert.

Unter den bewog sie zu weitgehend fleischloser Ernährung, jedoch machten sie daraus kein Prinzip.

In der Platonischen Akademie traten die . zur Begründung des Vegetarismus. Da er darin auf Einwände eingeht, sind durch ihn auch Argumente aus nicht erhaltenen gegnerischen Schriften überliefert.

Ein Wortführer der Gegner des Vegetarismus war Clodius von Neapel. Er verfasste im 1.?Jahrhundert v.?Chr. eine Schrift ''Gegen die Verächter der Fleischkost'', die nicht erhalten ist. Einige seiner Argumente sind jedoch überliefert. Clodius verwies unter anderem darauf, dass manche tierische Nahrungsmittel auch für Heilzwecke benötigt würden. Ein anderes, möglicherweise von Clodius angeführtes Argument der Gegner war, dass zwischen Menschen und Tieren ein naturgegebener und gerechter Krieg herrsche, da manche Tiere Menschen angreifen oder die Ernte zerstören; daher sei es legitim, die Feinde zu töten. Ferner wurde von gegnerischer Seite vorgebracht, für den menschlichen Körper sei Fleischnahrung vorteilhaft, was man daran erkenne, dass sie von Athleten bevorzugt und von Ärzten für die Rekonvaleszenz empfohlen werde.

Bei den Manichäern waren die ''Electi'' (Auserwählte) ethisch motivierte Vegetarier, die auch keine Eier aßen und grundsätzlich nicht töteten; für den breiteren Kreis der ''Auditores'' (Hörer) galten weniger strenge Regeln.

Christliche Antike, Mittelalter und Frühe Neuzeit

Im Urchristentum der apostolischen Zeit gab es Befürchtungen, das Fleischessen könne zu einer kultischen Verunreinigung führen. Der Apostel Paulus wandte sich nachdrücklich gegen diese Auffassung (Röm 14,2?21; vgl. 1 Kor 8,8?9, Kol 2,20?22).

Unter den wegen der Einbeziehung der Tiere in seine religiöse Gedankenwelt irrtümlich zu den Vegetariern gezählt; er hat aber in Wirklichkeit Vegetarismus weder praktiziert noch propagiert.

Viele lehnten Fleischnahrung ab.

Erst in der frühen Neuzeit traten wieder prominente Persönlichkeiten für einen ethisch begründeten Vegetarismus ein. Zu ihnen zählten die Auffassung, dass es keine ethischen Pflichten gegenüber der Tierwelt geben könne.

Entwicklung im 19. Jahrhundert

Im angelsächsischen Raum war die Bereitschaft zur praktischen Umsetzung und Verbreitung der vegetarischen Idee am größten. Schon im 18.?Jahrhundert traten in England und Nordamerika kleine christliche Gemeinschaften aus asketischen und ethischen Motiven für einen Verzicht auf die als ?unnatürlich? kritisierte Fleischkost ein.

In Russland war Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828?1910) der prominenteste Befürworter des Vegetarismus.

Der deutsche Apotheker und Heilpraktiker , der wie der Münchner Militärarzt Lorenz Gleich (1798?1865) mit vegetarischer Diät bzw. Ernährung experimentiert hatte. Hahn war der erste deutsche Heilpraktiker, der seine Patienten primär mit einer pflanzlichen Diät behandelte. 1865 erschien erstmals ''Das Praktische Handbuch der naturgemäßen Heilweise'', in dem er sein Konzept der Diättherapie erläutert.<ref name="Merta, S. 43?44" />

Hahns Bekenntnis zum Vegetarismus wurde von anderen Anhängern der frühen Naturheilkunde fast ausnahmslos als Grundsatz der naturgemäßen Lebensweise übernommen.<ref name="Heyll" /> 1868 stellte Rudolf Virchow fest:

Stark vom Werk Hahns beeinflusst kam 1866 der '', in Anknüpfung an das 1872 erschienene Buch ''Thalysia oder Das Heil der Menschheit'', die deutsche Fassung eines 1840?1842 veröffentlichten Werks des führenden französischen Vegetariers Jean-Antoine Gleizes.

Als weiterer wichtiger Begründer der vegetarischen Bewegung in Deutschland gilt der badische Jurist und revolutionäre Republikaner und Umgebung einen vegetarischen Verein, der noch heute besteht. 1869 ? zehn Jahre nach Hahns ''Die naturgemäße Diät, die Diät der Zukunft'' ? erschien sein Werk ''Pflanzenkost, die Grundlage einer neuen Weltanschauung'', das die vegetarische Bewegung nachhaltig beeinflusste. Hierin begründet Struve seinen Verzicht auf Fleisch ethisch und mit einer gesundheitlichen Selbsterfahrung im Winter 1831/32.

Im letzten Drittel des 19.?Jahrhunderts gewann die vegetarische Bewegung an Bedeutung. Zahlreiche Vereine wurden gegründet. 1892 schlossen sich zwei Dachverbände zum ?.

Die Begründungen für eine fleischlose Lebensweise waren unterschiedlich, teils sogar gegensätzlich. Einerseits sollte das Tier vor dem Menschen geschützt werden, andererseits der Mensch vor dem Verzehr von Tieren. Eine dritte Richtung, die im Kaiserreich von einer Vielzahl von Initiativen und Gruppen vertreten wurde, betonte die Aspekte des Tierschutzes und einer für möglich gehaltenen Veredelung der Menschheit durch Verzicht auf Fleischgenuss. Ein prominenter Vorreiter dieser Strömung war ? unter dem Einfluss von Gleizes ? Konnotationen eine wichtige Rolle.

Es gab aber immer auch Strömungen und Personen, bei denen die Forderung nach Vegetarismus Teil linker, sozialistischer oder anarchistischer, Politik und eingebettet in emanzipatorische Imperative war. So spielte Vegetarismus im ).

Entwicklung seit dem 20. Jahrhundert

Nachdem sich bereits im 19. Jahrhundert mehrere nationale Vegetarierverbände gebildet hatten, entstand im Jahr 1908 die : ''Hitler. Eine Biographie.'' Frankfurt am Main 1973, S.?74?ff.</ref>

In der Schweiz war es der Arzt Maximilian Oskar Bircher-Benner (1867?1939), der eine vegetarische Vollwertkost als Heilmethode vertrat. Das von ihm entwickelte laktovegetabile Birchermüesli hat nicht nur bei Vegetariern internationale Verbreitung gefunden. 1946 wurde die ''Vegetarier-Union Deutschlands'' gegründet, die zeitweilig (1974?1985) den Namen ''Bund für Lebenserneuerung'' trug und nach 1985 ''Vegetarier-Bund Deutschlands'' hieß. Seit März 2008 trägt der Verein den Namen ''Vegetarierbund Deutschland.''

.

Mitte der 1970er Jahre entstand die Tierrechtsbewegung, als deren Auslöser Peter Singers Buch ''Animal Liberation'' gilt.<ref name="Singer1976">Peter Singer: ''Animal Liberation.'' Deutsch: ''Die Befreiung der Tiere.'' München 1976.</ref>

Die indische Stadt Palitana wurde 2014 zur vegetarischen Stadt erklärt, da dort viele Jains leben.

Kennzeichnung vegetarischer Produkte

Manche Fertigprodukte und verarbeitete Nahrungsmittel enthalten nichtvegetarische Bestandteile wie Gelatine und Lab. Zur Kennzeichnung vegetarischer Produkte werden unterschiedliche Erkennungssymbole verwendet. Neben zahlreichen internationalen und nationalen Kennzeichnungskonzepten hat auch die Europäische Vegetarier-Union ein Label eingeführt, das ''V-Label'',

<gallery>

 V-label.jpg|V-Label: Kennzeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel in Europa
 Veganismus logo.svg|Kennzeichnung veganer Lebensmittel und Produkte weltweit mit Schwerpunkt Europa
 India vegetarian labels.svg|Pflichtkennzeichnung in Indien, links für vegetarische, rechts für nichtvegetarische Produkte

</gallery>

Anzahl und Soziologie der Vegetarier

Bei soziologischen Untersuchungen stellen die verschiedenen konkurrierenden Begriffe von Vegetarismus eine Schwierigkeit dar. Forscher stehen vor der Wahl, entweder mit selbst gesetzten Definitionen zu arbeiten und in ihren Kategorisierungen den Selbstbezeichnungen der Befragten zu widersprechen, oder aber mit den Selbstbezeichnungen der Befragten zu arbeiten und dafür eine relativ große Varianz der Begriffe bis hin zu offenen Widersprüchen in Kauf zu nehmen.<ref name="Keil"></ref> und sich daher schwer tun, die Motivationskomplexe des Vegetarismus nachzuvollziehen und in ihren Forschungen abzubilden.<ref name="carmichael" />

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass einerseits der Pro-Kopf-Konsum von Tierprodukten und insbesondere Fleisch überall auf der Welt in den letzten 50 Jahren gestiegen ist und den Prognosen nach weiter steigen wird,

Deutschland

Nach der Nationalen Verzehrsstudie von 2007 mit 20.000 Teilnehmern ernähren sich in Deutschland 1,6 % der erwachsenen Bevölkerung (Männer 1 %, Frauen 2,2 %) fleischlos (entweder vegetarisch oder mit Einbeziehung von Fisch). 0,1 % der Studienteilnehmer bezeichneten sich als vegan.<ref name="zahl-bmelv">Max Rubner-Institut ? Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel: ''Nationale Verzehrsstudie II ? Ergebnisbericht, Teil 1'', Karlsruhe 2008; S.?97?98. PDF-Volltext.</ref> Eine Studie des Marktforschungsinstituts ''Produkt + Markt'' ermittelte im Jahr 2006 die Zahl der Personen in Deutschland, welche sich zumindest teilweise nach vegetarischen Ernährungsgrundsätzen ernähren. Die Ergebnisse werden unterschiedlich interpretiert. Die Europäische Vegetarier-Union geht aufgrund dieser Studie davon aus, dass 9 % der deutschen Bevölkerung, etwa 7,4 Millionen, vegetarisch leben.<ref name="zahl-european-vegetarian"></ref>

Die im Juli 2013 veröffentlichte Onlinebefragung der Universitäten Göttingen und Hohenheim ermittelte für Deutschland einen Vegetarieranteil von 3,7 %, Veganer eingeschlossen. Hierfür wurden 1.174 Teilnehmer repräsentativ in Hinblick auf die Kriterien Alter, Geschlecht, Einkommen und Wohnregion ausgewählt.

Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) geht seit 2015 davon aus, dass rund 10 % der Bevölkerung in Deutschland Vegetarier sind. Diese Schätzung basiert auf Umfrageergebnissen des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) und von YouGov.

Nach einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) ernähren sich 4 % der Deutschen vegetarisch. Unter Frauen beträgt der Anteil 6,1 %, bei den Männern sind es lediglich 2,5 %. Ausgewertet wurden Daten von 6933 Menschen, deren Essverhalten zwischen 2008 und 2011 analysiert worden war.

Österreich

In einer vom (IFES) aus dem Jahr 2013 bezeichneten sich 9 % der Österreicher als Vegetarier oder Veganer, also circa 765.000 Menschen. In der Gruppe der unter 40-Jährigen wurde gar ein Prozentsatz von 17 % Vegetarier oder Veganer ermittelt. Auch leben mehr Frauen als Männer vegetarisch oder vegan.

In einem Bericht der Kronen Zeitung wurde 2017 für Österreich die Zahl von 800.000 Vegetariern genannt.

Schweiz

In der Konsumstudie '' aus dem Jahr 2017 erklärten sich 11 % der Teilnehmer zu Vegetariern, 3 % zu Veganern. Ausnahmslos vegetarisch ernährten sich 6,8 % der Befragten, ausnahmslos vegan 1,5 %.

Frankreich

In Frankreich leben etwa zwei Prozent der Menschen vegetarisch und stammen überproportional aus dem Bildungsbürgertum und der Oberschicht. Die Hauptmotivationen französischer Vegetarier sind Annahmen über die Gesundheit vegetarischer Ernährung und ethische Gründe.

Großbritannien

Daten aus der Zeit der Rationierung von Nahrungsmitteln in England um 1945 lassen auf 100.000 Vegetarier schließen.<ref name="carmichael" /> Laut Gallup-Umfragen bezeichneten sich zwischen 1984 und 1993 im Vereinigten Königreich 2,1 % respektive 4,3 % der Befragten als Vegetarier.<ref name="Keil" /> Eine Umfrage des ''Realeat Survey Office'' von 1995 setzt diesen Trend fort und findet 4,9 % erwachsene Vegetarier. In der Gruppe der 16- bis 25-jährigen Frauen gaben in derselben Umfrage 12,4 % an, Vegetarierinnen zu sein.<ref name="Keil" /> Die Zahl derjenigen, die ?kaum oder kein Fleisch? konsumierten, sich jedoch nicht als ?Vegetarier? bezeichneten, war bei allen Umfragen etwa doppelt so hoch.<ref name="Keil" /> Eine Studie der University of Bradford im Auftrag der ''Vegetarian Society'' von 1991 befragte rund 1000 Erwachsene sowie 2500 junge Erwachsene (11?18 Jahre) und konnte die These der höheren Affinität von jungen Erwachsenen und insbesondere von jungen Frauen zum Vegetarismus erhärten.<ref name="Keil" />

USA

Eine landesweite Studie des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten von 1977 bis 1978 fand unter 37.000 Befragten 1,2 % Vegetarier, allerdings gaben manche der Teilnehmer, die sich selbst als Vegetarier bezeichneten, an, selten auch Fische oder Hühner zu essen.<ref name="Keil" /> Die ''Vegetarian Ressource Group'' veröffentlicht seit 1994 alle drei Jahre die Ergebnisse einer landesweiten Umfrage durch das Roper Center in den USA. Dort werden Menschen gefragt, welche Nahrungsmittel sie niemals essen. 1994 befanden die Autoren davon ausgehend 0,3 % bis 1 % der Befragten für Vegetarier.<ref name="vrg">Ergebnisse der Roper Polls, finanziert von der ''Vegetarian Ressource Group'': 1994, 1997, 2000, , 2010.</ref> 2009 fanden sie in einer vergleichbaren Umfrage drei Prozent Vegetarier. Wieder war in der Gruppe der Frauen und unter jungen Menschen der Anteil der Vegetarier erheblich höher.<ref name="vrg" />

Indien

In einer Studie von ''The Hindu-CNN-IBN'' gaben 40 % der Befragten an, Vegetarier zu sein, darunter überproportional viele Hindus, Frauen und ältere Menschen.<ref name="thehindu" />

Einer neuen Umfrage zufolge wurde dieser Prozentsatz zu hoch angesetzt, insgesamt sind lediglich 20 % der Inder Vegetarier, wobei in Indore ihr Anteil mit 49 % am höchsten ist.

Organisationen

In Deutschland informiert neben zahlreichen weiteren regionalen und überregionalen Organisationen u.?a. der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) über die vegetarische Lebensweise. Er gibt die Zeitschrift ''natürlich vegetarisch'' heraus und ist in Regionalgruppen organisiert. In der Schweiz besteht der Verein Swissveg. Er gibt die Zeitschrift ''Veg-Info'' heraus. In Österreich gibt es die Österreichische Vegetarier Union (ÖVU). Dort kann das vierteljährlich erscheinende Magazin ''anima'' gegen freiwillige Spende bestellt werden.

Der ''Welt-Vegetarier-Tag'' (1. Oktober) ist ein internationaler Aktionstag; vergleichbar mit dem ''Weltvegantag'' (1. November). Ersterer wurde am Welt-Vegetarier-Kongress in Schottland 1977 von der ?North American Vegetarian Society? eingeführt, inzwischen gilt die Zeit zwischen den beiden Daten als Vegetarian Awareness Month (etwa: ''Bewusstsein für Vegetarier-Monat'').

Ein regelmäßigerer Aktionstag sind die ?vegetarischen Wochentage?, die vorwiegend öffentliche Einrichtungen zu einer Küche mit weniger Fleisch motivieren wollen. Sie finden in einigen Städten wöchentlich und häufig an Montagen und Donnerstagen statt.

Die Europäische Vegetarier-Union (EVU) ist eine Dachorganisation für vegetarische Vereine und Gruppen in Europa und arbeitet in den Bereichen Vegetarismus, Ernährung, Gesundheit, Verbraucherschutz, Kampf gegen den Hunger in der Welt, Tierrechte, Ökologie und allgemeine Information. Die Internationale Vegetarier-Union (IVU) ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, den Vegetarismus weltweit zu fördern.

Vegetarische Restaurants

Sternerestaurants

Seit 2013 wird das Restaurant ''Tian'' in Wien unter Paul Ivic mit einem Michelinstern ausgezeichnet, seit 2017 das Restaurant ''Cookies Cream'' in Berlin unter Stephan Hentschel.

Im Zwei-Sterne-Restaurant ''Lafleur'' in Frankfurt am Main unter Andreas Krolik bietet seit mehreren Jahren vegane Menüs an.

Betriebsgastronomie

Das amerikanische Unternehmen WeWork, das auch Büros in Deutschland betreibt, serviert seit 2018 bei Veranstaltungen, die in eigenen Gebäuden stattfinden, kein Fleisch mehr. Es werden zudem keine Auslagen für nicht-vegetarische Gerichte erstattet.

Die ''WBS Training AG'' stellt laut ihrem Gemeinwohl-Bilanz-Bericht 2015 bei Meetings, Tagungen und Firmenevents grundsätzlich vegetarisches Essen bereit.

Hiltl

Das Restaurant Hiltl in Zürich existiert seit 1897 und ist damit das älteste vegetarische Restaurant der Welt.

Vegetarische Haustierhaltung

Es kommt vor, dass vegetarisch lebende Hunde- und Katzenhalter gängiges Tierfutter ablehnen und ihre Haustiere fleischlos ernähren. Laut darauf eine gesundheitlich gebotene Futterumstellung unmöglich machen.

Literatur

  • Eva Barlösius: ''Naturgemäße Lebensführung. Zur Geschichte der Lebensreform um die Jahrhundertwende.'' Frankfurt 1997.
  • Adolf Just: ''Kehrt zur Natur zurück! Die Heilweise der Natur nach ewigen Gesetzen.'' 12. Auflage. 1930.
  • .'' 4/1997, S. 24?30 Link.
  • Gundolf Keil: ''Vegetarisch.'' In: ''Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.'' Band 34, 2015 (2016), S. 29?68.
  • (Hrsg.): ''Antike Medizin. Ein Lexikon.'' München 2005, Sp. 890?892.
  • Helmut Wurm: ''Der Einfluß der Ernährung auf die menschliche Konstitution unter besonderer Berücksichtigung des Nahrungseiweißes. Eine Zusammenstellung von Ansichten, Beobachtungen und Lehrmeinungen von der Antike bis zur Gegenwart.'' (= ''Ernährung und Konstitution'', 1) In: ''Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.'' Band 3, 1985, S. 283?320, passim.

Dokumentarfilme

Weblinks

Einzelnachweise